Ja, das ist möglich: Bei vielen Standardschlüsseln reicht ein scharfes Foto oder die Schlüsselnummer, um ohne Original eine Kopie anzufertigen — das haben Forschungsprojekte wie Sneakey bewiesen. Veröffentlichen Sie daher nie Nahaufnahmen Ihrer Schlüssel. Geschützte Systeme mit Sicherheitskarte (EVVA, KESO, ASSA Abloy) lassen sich aus einem Foto dagegen nicht nachmachen.
Was aus einem Foto kopierbar ist
- Bartschlüssel: die einfachste Bauform — die Bartform ist auf einem Foto direkt ablesbar und leicht nachzuarbeiten.
- Standard-Profilzylinder: bei gewöhnlichen Wendeschlüsseln ohne Kopierschutz lassen sich die Sperrschnitte aus einem scharfen Foto rekonstruieren oder über die Schlüsselnummer exakt nachfertigen.
- Möbel- und Briefkastenschlüssel: meist einfache Codierungen, oft genügt sogar die auf der Schlossplatte eingravierte Nummer.
Das Forschungsprojekt Sneakey der University of California hat bereits 2008 gezeigt, dass Schlüssel selbst aus Fotos rekonstruiert werden können, die aus einiger Entfernung aufgenommen wurden — eine Nahaufnahme ist nicht einmal nötig.
Was sich aus einem Foto nicht nachmachen lässt
- Geschützte Sicherheitsschlüssel (EVVA, KESO, ASSA Abloy, Mul-T-Lock): hier verlangt jeder seriöse Händler die Sicherheitskarte und einen Berechtigungsnachweis. Ohne Karte keine Kopie — das ist der Sinn des Systems.
- Patentierte Profile mit aktiven Elementen: bewegliche Stifte, Rollen oder magnetische Codierungen erfasst ein Foto schlicht nicht.
- Schließanlagenschlüssel: zusätzlich durch die Anlagenregistrierung beim Hersteller abgesichert.
Genau deshalb lohnt sich ein geschütztes System. Mehr dazu in den Ratgebern Geschützte Schlüssel nachmachen und Geschütztes Schlüsselsystem erklärt.
Der Schlüsselcode: die zweite Gefahr
Viele Schlüssel lassen sich nicht nur per Foto, sondern auch über die Schlüsselnummer exakt anfertigen — ganz ohne Vorlage. Die Nummer steht auf der Code-Karte oder dem Schlüsselkopf. Behandeln Sie sie wie ein Passwort:
- Code-Karte sicher verwahren, nicht im Schlüsselkasten an der Wand.
- Nummer nicht fotografieren, nicht per Chat versenden, nicht weitergeben.
- Bei Verlust der Karte: prüfen, wer die Nummer kannte.
Entscheidungsfaktoren: wann der Zylindertausch sinnvoll ist
- Standardzylinder + veröffentlichtes Foto: eine Kopie ist realistisch möglich — der Tausch des Zylinders ist die sichere Antwort und kostet deutlich weniger als die Folgen eines unbemerkten Zutritts.
- Geschütztes System: das Risiko ist gering, weil keine seriöse Kopie ohne Karte möglich ist — ein Tausch ist meist nicht nötig.
- Unklarer Schlüsseltyp: bringen Sie den Schlüssel ins Fachgeschäft, wir sagen Ihnen, ob Ihr System kopiergeschützt ist. RIVA berät Sie zu Sicherheitsschlössern und geschützten Zylindern.
So gehen Sie vor: Schritt für Schritt
- Veröffentlichte Fotos prüfen: Social Media, Kleinanzeigen, Immobilieninserate, Bewertungsportale — ist irgendwo ein Schlüssel sichtbar?
- Schlüsseltyp bestimmen: geschütztes System mit Sicherheitskarte oder einfacher Standardschlüssel?
- Bei Standardschlüssel handeln: Fotos löschen lassen und den Zylinder tauschen — das ist der einzige verlässliche Schutz.
- Code-Karte sichern: Schlüsselnummer wie ein Passwort behandeln.
- Künftig vorsorgen: keine Schlüssel mehr auf Fotos zeigen und beim Schlüssel nachmachen in Wien nur seriöse Fachgeschäfte nutzen.
Häufige Fehler
- Schlüsselbund auf Wohnungsfotos: auf dem Tisch liegende Schlüssel sind auf Inseraten und Urlaubsfotos oft versehentlich scharf zu sehen.
- "Ist ja nur unscharf": moderne Bildbearbeitung und Software machen auch aus mäßig scharfen Fotos brauchbare Vorlagen.
- Code-Karte weitergeben: die Karte an Handwerker, Nachbarn oder Ex-Partner geben bedeutet, die Kontrolle über Kopien zu verlieren.
- Schlüssel auf Rezensionsfotos: Hotel- und Restaurantbewertungen mit Schlüsselbund am Tischrand sind ein klassischer Fund für Nachmacher.
- Sorglosigkeit beim Hausverkauf: auf Exposé-Fotos hängen Schlüsselbretter oft gut sichtbar im Flur.

